„Love me Tender...” oder „Die Sanierung des Tenderwasserkastens der 01 1066”

„Love me Tender...”

oder

„Die Sanierung des Tenderwasserkastens der 01 1066”

 

Wie an allem nagt auch an dem Stahl der 01 1066 und ihrem Tender der Zahn der Zeit, oder in diesem Falle besser gesagt der Rost. Da das Innere eines Tenderwasserkastens ständig mit Wasser in Berührung ist, macht sich die Korrosion hier umso mehr bemerkbar. Dies verursacht Materialschwächungen der Tenderbleche. Langfristig wird damit die Statik des Wasserkastens geschwächt.

Nachdem die letzten großen Arbeiten am Tender unserer Lokomotive in die Jahr 1984 und 1996 zurückfallen, war es an der Zeit einige umfangreiche und vorbeugende Instandhaltungsarbeiten am Tenderwasserkasten auszuführen. Für die Durchführung der aktuellen Arbeiten wurden die Eisenbahnwerkstätten Krefeld GmbH (EWK) beauftragt, die die Arbeiten in einem engen Zeitfenster durchgeführt haben. Begonnen haben die Arbeiten Ende Oktober 2013.

Der nachfolgende Bildbericht soll verdeutlichen, wie umfangreich die Arbeiten letztlich waren. Weiterhin zeigen wir, dass die Ansprüche an die Erhaltung der historischen Substanz der Lokomotive gewahrt werden. So wurden im Zuge der Instandsetzung Vorarbeiten zur Wiederherstellung der Bodenanschlüsse zum Bunkern von Schweröl am hinteren Ende des Tenders ausgeführt.

Doch bevor wir mit den aktuellen Bildern starten, werfen wir einen Blick in die Dienstvorschrift:
DV 930 34 "Beschreibung der fünfachsigen 38m3-Tender mit und ohne Stromlinienverkleidung; Gattung 2'3T38 und 2'3T38 St der Deutschen Reichsbahn - Berlin 1941"

 Tender 2 3T38

Die Abbildung zeigt deutlich die Streben, die zusammen mit den Schwallblechen für die Stabilität des Wasserkastens sorgen, damit dieser die Last des Kohlenkastens tragen kann. Im Jahre 1941 waren die Schnellzuglokomotiven der Baureihen 01.10 noch nicht mit einer Ölfeuerung ausgerüstet. Daher sind der ursprüngliche Kohlenkasten mit seiner Abdeckung und die Vorschubeinrichtung zu erkennen. Heute befindet sich an dieser Stelle ein Ölbunker mit einem Fassungsvermögen von 13,5 m2.

 20131105 143455 900

Der untere Teil der rechten Seitenwand des Tenders ist herausgetrennt. Deutlich sind die abgezehrten und stark korrodierten Verstrebungen und Schwallbleche im Inneren des Wasserkastens zu sehen. An der hinteren Ecke erkennt man die im Rahmen dieser Arbeiten freigelegte Aussparung, die ein Arbeiten am ursprünglichen Ort des Öleinfüllstutzens möglich machte. Der mit Klebeband abgedichtete Kasten enthält die elektrischen Einrichtungen des Zugfunks (Foto: Sebastian Bauer).

Das Innere des Wasserkastens wurde komplett sandgestrahlt. Damit konnte zunächst der Zustand der Bleche und Streben bewertet werden. Weiterhin ermöglicht erst die Entfernung des Rosts auf der Oberfläche ein Verschweißen von neuen Streben und Blechen. Am Ende der Arbeiten bietet die sandgestrahlte Fläche eine gute Grundlage für die aufgetragene Schutzschicht, die den korrosiven Einfluss des Wassers auf das Metall verhindert.

 

100 7993 Teil 14 900

Bei der Vorbereitung der Arbeiten wurden neue Bleche maschinell zugeschnitten. Das Bild zeigt ein Schwallblech, das hier mit seiner Oberseite auf der Palette steht. Durch eine der länglichen Öffnungen muss man steigen, wenn man durch die hinten gelegene Einfüllöffnung in den leeren Wasserkasten klettert um zu den beiden vorne gelegene Saugkästen zu gelangen (Foto: EWK GmbH).

 

Das obige Bild zeigt neue eingeschweißte Verstrebungen und Schwallbleche. Die beiden rechteckigen Öffnungen sind Tritte zum Abstieg in den Wasserkasten (Foto: EWK GmbH).

 

Die Seitenwand des Tenders ist geschlossen. Die Nacharbeiten und die Lackierung können beginnen. Von innen werden die Bleche im Wasserkasten durch eine Fachfirma versiegelt (Foto: Burkhard Pick).

 

 

Ein seltener Abblick der Stirnseite des Tenders. Zentral in der Bildmitte ist die Ölleitung zu erkennen, darüber die Rücklaufleitung. Der rote Griff gehört zum zentralen Ölabsperrventil. Wenn das Ventil geschlossen ist, dann geht nichts mehr, das Feuer ist aus. (Fotos: Burkhard Pick).

 

Bald werden Lokomotive und Tender wieder vereinigt. Im Hintergrund erkennt man den Zusatztender (Foto: Burkhard Pick).

 

Die Reste werden dem Wertstoffkreislauf zugeführt (Foto: Burkhard Pick).

 

Die Arbeiten konnten im Zeitplan abgeschlossen werden. Unsere 01 1066 ist wieder mit ihrem Tender gekuppelt. Noch glänzt der neue Lack auf der rechten Seitenwand. Am linken Bildrand erkennt man den Zusatztender, der einen Langlauf ohne Ergänzen der Betriebsstoffe ermöglicht (Foto: Nils Hirche).

 

Am 07.12.2013 ist 01 1066 wieder unterwegs. Zusammen mit der E18 047 befördert sie einen Sonderzug von Westfalendampf nach Rüdesheim am Rhein (www.westfalendampf.de) (Foto: Burkhard Pick).

Suche